Zwei Worte, die momentan alles bedeuten: Stay Safe

Wie viele sicher mitbekommen haben, herrscht momentan in Florida der Ausnahmezustand.

 

 

Grund: Hurrikan Irma nimmt mit einer Stärke von 5 und bisher noch nie da gewesenem Ausmaßkurs auf den Sunshine-State Amerikas.

 

 

 

Ich möchte jetzt kurz selbst meine Eindrücke schildern.

 

Gestern war für mich ein wirklich nervenaufreibender Tag mit zugegeben einigen Tränen. Bislang hatte ich überhaupt nicht mit Heimweh zu kämpfen, aber in so einer Ausnahmesituation wird einem doch bewusst, wie weit weg man von Zuhause ist und fühlt sich hilflos.

 

Es kamen immer wieder E-Mails seitens der Uni, mit Updates, dass dies und jenes Event gecancelt wird, aber noch nicht klar ist, wie weiter verfahren wird.

Überall, ob auf facebook oder in Gesprächen, gab es Mutmaßungen zu einer eventuellen Evakuierung, Tipps und To-Do-Listen, wie man sich auf den Hurrikan vorbereiten sollte. Das alles machte es nicht wirklich besser.

 

 

Um 10:32 Uhr erreichte dann alle Stetson-Studenten schließlich folgende Nachricht: „Residence halls in Deland will close as of 10a.m, Friday, Sept. 8,2017.“

 

 

Gut, wir müssen also alle weg. Irgendwohin. Nur wohin?

 

 

Viele Studenten fahren nach Hause (auch, wenn es in Florida ist, was ich persönlich nicht verstehen kann) andere sind irgendwo zu Bekannten geflogen. Wasser und Gas ist ausgegangen. Viele Sportteams der Uni fahren zu ihren Wettkämpfen und bleiben dort (z.B. die Footballer in New York) oder reisen direkt zum nächsten Wettkampf.

 

 

Die internationalen Studenten wurden wirklich alleine gelassen. Ich hätte die Möglichkeit gehabt mit einer Freundin und ihrer Familie in den Norden zu fahren und dort zu bleiben, bis die Lage wieder sicher ist.

 

Trotzdem war ich irgendwie verzweifelt und wusste nicht, was ich machen sollte. Coach erklärte per E-Mail, er wird uns um 16Uhr mitteilen, wie weiter verfahren wird und wir sollten keine eigenmächtigen Pläne schmieden, da am Freitag ein Wettkampf ansteht. Doch ob wir zu dem Wettkampf fahren, war eben nicht klar…

 

 

Um 16Uhr dann die befreiende Nachricht: Es geht mit einem großen Bus zum Wettkampf nach Kennesaw (Georgia) und von dort weiter in den Westen nach Birmingham (Alabama) bis wir wieder zurück auf den Campus können.

 

Ich sitze jetzt also mit dem Team im Bus und hoffe einfach, dass der Hurrikan keine allzu schweren Schäden anrichtet und alle unverletzt bleiben.

 

Ich habe einen großen Koffer zusammengepackt und mein Zimmer Hurrikan sicher (oder zumindest, was ich darunter verstehe) gemacht.

Wann wir zurückkommen können, ist unklar.

Doch vermutlich wird die Uni für die ganze nächste Woche ausfallen.

 

 

Auf dem Campus herrschte eine doch recht angespannte Stimmung. Es war schon sehr, sehr wenig los und alle, die sich begegneten, ob Bekannte oder nicht, verabschiedeten sich mit den Worten: 

 

 

                            Stay Safe!

 

 

 

 

Update: Leider fiel das Wlan im Bus aus, sodass ich den Artikel erst jetzt im Hotel online stellen konnte.

Wir haben für die Busfahrt 8h statt 5h gebraucht und sind momentan in einem schönen Hotel in Macon. Morgen geht es dann weiter nach Kennesaw.

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Kommentare: 2
  • #1

    Frank Schneider (Freitag, 08 September 2017 06:02)

    Liebe Meggie,
    mit großer Sorge verfolgen wir die Ereignisse. Daher sind wir sehr froh, dass du und dein Team in Sicherheit seid.
    Euer Coach hat da gut organisiert und sicher alles Mögliche getan, um euch in Sicherheit zu bringen. So richtig
    können wir es noch nicht fassen, wenn man die Bilder (auch in den anderen Medien) sieht. Vor gut 14 Tagen
    waren wir noch in New Smyrna Beach am Strand und nun rollt das so ein Hurrikan heran...
    Wir hoffen, dass alles nicht so verheerend wird, wie befürchtet in Florida. Für dich und euer Team wünschen wir
    eine gute Weiterreise und drücken die Daumen für einen erfolgreichen Wettkampf.
    (Wie nahe liegen doch Freud und Leid oft zusammen!)

  • #2

    Heike Voigt (Freitag, 08 September 2017 10:34)

    Liebe Meggie, hatte ja auch schon über Facebook geschrieben... Du schaffst das schon. Ja, man ist "groß" und doch auch wieder nicht �. Freue mich über deine Offenheit. Wünsche dir ganz viel Kraft für deinen Wettkampf.