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Conference in New York: Mittendrin statt nur dabei

YES! Vergangenen Freitag fand das wichtigste Cross Country Rennen der Saison in New York statt und ich war tatsächlich am Start.

 

Es hatte seine Gründe, warum ich in den vergangenen zwei Wochen nichts gepostet habe. Ich wollte keinen Start ankündigen und mich selber damit noch mehr unter Druck setzen und am Ende miserabel oder gar nicht laufen.

Ich war lange am Hadern mit mir selbst und wusste nicht, was die richtige Entscheidung war. Ich kann nicht sagen, wie oft mir meine zwei Möglichkeiten durch den Kopf gingen. Soll ich Starten  und damit meine Eligibility für eventuell ein einziges Rennen "verschwenden"? Man darf nur 4 Jahre aktiv Collegesport betreiben, allerdings kann man ein Jahr aussetzen (Fachbegriff: ein redshirt Jahr nehmen) und dieses Jahr dann hinten dran hängen. Oder einfach Spaß haben, auf meine Fitnessvertrauen, und dem Coach etwas für seine Mühe zurück geben, indem ich starte?

 

Ja, letztendlich habe ich mich für letztere entschieden, obwohl mein Selbstvertrauen eher gering war. Mein Coach machte mir allerdings immer wieder bewusst, wie hart ich trotz allem in den letzten Wochen trainiert habe und meine zwei einzigen Laufworkouts waren tatsächlich besser als erwartet.

 

Hier gibt es ein Vorbericht und ein Interview mit dem Coach zum Rennen:

https://gohatters.com/news/2018/10/23/cross-country-hatters-set-to-compete-for-asun-championship.aspx

 

So ging es nach einer weiteren Alter G Session am Mittwochmorgen, mittags mit dem Team im Bus zum Flughafen nach Daytona und von dort mit dem Flugzeug nach Atlanta.

Im Flugzeug wurden wir sogar persönlich von der Crew während der Boarddurchsage begrüßt: "Und mit an Board haben wir das Cross Country Team der Stetson University". Das war schon verdammt cool.

Ich bin immer stolz, die Teamsachen tragen zu können!

Nach dem einstündigen Flug, 2h Layover in Atlanta und einem weiteren Flug von 2h kamen wir abends am Flughafen in Newark (New Jersey) an. Nachdem wir alle unser aufgebenes Gepäck wieder bekommen hatten, ging es mit dem Bus zum Marriot Hotel, in dem wir die nächsten drei Nächte verbringen sollten.

Bei der Hotelwahl hat Coach sich nicht lumpen lassen und so hatten Mel und ich echt eine tolle Suite.

In dem Bett schläft man doch gleich drei Mal so gut :D

Den nächsten Tag, Donnerstag, startete ich mit einer Einheit auf dem Crosstrainer und einem wirklich, für amerikanische Verhältnisse, guten Frühstück mit Rührei, Joghurt, Oatmeal und frischem Obst.

 

Mittags ging es dann mit dem Team nach New York, Bronx, zur Wettkampfstrecke. Die Busfahrt dauerte nur 20min und so trafen wir alle am Van Cortlandt Park, in dem jedes Wochenende Cross Rennen ausgetragen werden und auch schon nationale Meisterschaften statt fanden, ein. Während die anderen die Strecke locker abliefen, ging ich die 5km mit Coach, unserem Assistant Coach und dem Stetson Alumni Joe Beery, der jetzt in New York studiert, ab. Auf die kalten Temperaturen war ich bestens vorbereitet und hatte von daher keine Schwierigkeiten mit der Umstellung.

Beim Abgehen der Strecke wurde mir klar: das wird verdammt hart und nicht schnell. Der Kurs ist kein Kurs für Bestzeiten. Der Coach war sich da nicht so sicher, aber ich sollte Recht behalten, wie sich am nächsten Tag zeigte.

Der erste Kilometer war definitiv schnell: flach und nur über den Rasen. Aber danach ging es in den Wald. Kein Rasen, sondern Kies, und alle paar Meter eine Holzstufe, um das Wasser abzuleiten und Erosion zu vermeiden. Außerdem ging es hoch und runter. Kein einziger Meter war wirklich flach.

 

Nach der Streckenbesichtigung und dem Coachmeeting, ging es zurück ins Hotel. Nachdem wir noch einmal in ein Restaurant zum Dinner fuhren, war ich auch recht früh im Bett.

Und Freitag war es dann endlich soweit: RACEDAY.

Für mich das erste Rennen diese Saison, für die meisten anderen das letzte...

 

Nach einem guten Frühstück, ging es warm angezogen gegen 9Uhr zur Wettkampfstrecke. Unser Start sollte um 11Uhr erfolgen. Die Zeig verging wie im Flug. Ich war nervös. Ziemlich nervös sogar. Aber ich hatte keinen Druck. Nach meiner nicht optimalen Vorbereitung konnte keiner wirklich etwas von mir erwarten. Mit dieser Einstellung ging ich ins Rennen. Als der Startschuss fiel, fühlte ich mich gut. Viel besser als beim letzten Conference Rennen, bei dem ich schon nach den ersten Metern völlig fertig war und mich schwach fühlte. Dieses Mal war ich stärker. Dieses Gefühl hielt leider nicht während des kompletten Rennens an.

Photos: asun (facebookpage)

Der Waldpart ließ mich nicht in meinen Rhytmus kommen. Was bei den Stufen sowieso schwer ist, macht die Tatsache, nur knapp 30 Trainingskilometer in den Beinen zu haben, nicht besser. Ich musste wirklich kämpfen, aber es war nicht so schlimm, wie befürchtet.

Ich kam nach 19:06min als 19. und als erste aus meinem Team ins Ziel!

Um die Zeit ins Verhältnis zu setzen: Nur zwei Mädchen gelang es, die 18min zu knacken, obwohl es diese Saison schon 6 geschafft haben.

Das zeigt, wie herausfordernd die Strecke war.

 

Ich bin weder super zufrieden, noch enttäuscht.

Klar, am Anfang der Saison habe ich mir eine ganz andere Platzierung ausgemalt, aber es ist nun wie es ist und unter den Umständen in Ordnung.

Ein Shoutout zu den Jungs: Sie wurden in der Teamwertung 4.! Das hat es bislang noch nicht gegeben!!!

 

Einen Bericht zum Rennen findet ihr hier:

https://gohatters.com/news/2018/10/26/cross-country-hatters-have-record-setting-day-at-asun-championships.aspx

 

Und hier die offiziellen Ergebnisse:

http://live.halfmiletiming.com/index.html#/results/meet-xc/16/scoreboard-xc/results/1

Obwohl wir alle fix und fertig waren, konnten wir es kaum erwarten nach einer schnellen Dusche im Hotel, noch NEW YORK zu erkunden.

Mit den Worten: "Ich hoffe, ich werde das nicht bereuen, aber das ist mal ein kleines Dankeschön an euch" entließ uns der Coach am Broadway aus dem Bus, um für 4h die Stadt zu erkunden.

 

Kelsey, Mel, Lenny (eine Ruderin, die das Team verstärkte) und ich entschieden uns, dass der Coach es nicht bereuen sollte und nahmen sicherheitshalber nicht die Subway, um sicher zu gehen, dass wir nicht verloren gehen :D So schlenderten wir am Broadway und Times Square entlang, gingen in ein paar Shops und, na klar, machten Fotos.

Die Bilder sagen ja alles...es ist so unwirklich, alles live zu erleben, was man sonst nur aus den Filmen kennt.

4h waren leider viel zu kurz, aber ein guter Vorgeschmack: Ich komme definitiv bald wieder!

Am nächsten Tag ging es nach einer lockeren Trainingseinheit, mittags zurück zum Flughafen.

Die gute Frau an der Gepäckabgabe hatte wohl noch nie mit einer Gruppe zu tun und versuchte ihre Inkompetenz mit sinnlosen Anweisungen zu überspielen. Wir verabschiedeten uns schon gedanklich von unseren Habseligkeiten in unseren Koffern mit der Gewissheit, dass unser Gepäck nicht ankommen wird, ABER abends in Daytona rollten tatsächlich alle Koffer unbeschadet übers Gepäckband.

Alles lief also wieder reibungslos und auch die 4h Layover in Atlanta gingen mit Essen und Hausaufgaben irgendwie vorüber.

 

Am Sonntag war ich gegen 1Uhr morgens dann wieder in meinem Appartement.

 

Nun heißt es in den nächsten Tagen weiterhin die richtige Balance aus Laufkilometern, Crosstraining und Alter G Sessions zu finden. Denn ich werde bei den Regionals in zwei Wochen in Tallahassee an der Startlinie stehen.

 

Es geht bergauf. Ich freue mich!

 

Und danke an alle, die es bis hier unten geschafft haben ;)

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Kommentare: 1
  • #1

    Heike Voigt (Montag, 29 Oktober 2018 21:41)

    Liebe Meggie, habe vorhin im Schwimmbad noch Mama gefragt, wie es dir geht, da hatte ich den Blog noch nicht gelesen. Schön, dass es bergauf geht! Top, du bist halt schon so viele Jahre dabei, laufen war immer deine Stärke � schön auch zu lesen, wie wohl du dich fühlst. Bis auf bald. Weiter so. Ganz liebe Grüße