UNC Charlotte & Florida Relays: Von Pleiten, Pech und Pannen

Ich weiß, ich weiß...ich hatte einen Beitrag zur Spring Break (die nun schon gefühlt Monate zurück liegt) angekündigt, aber nun werde ich doch erst einmal von den letzten beiden Wettkämpfen berichten.

Obwohl mir das wirklich schwer fällt. Wieso, werdet ihr während des Lesens nachvollziehen können.

Am Donnerstag, den 14. März, ging es mit dem Team auf in Richtung Charlotte.

Nach 6h Fahrt verbrachten wir die Nacht in einem Hotel in Columbia (nachdem wir natürlich wieder in einem typisch amerikanischen Diner Dinner gegessen haben). Aber das ist ja nichts neues.

Am nächsten Tag checkten wir am Mittag aus dem Hotel aus und fuhren die verbleibenden 2h weiter nach Charlotte. Dort checkten wir in ein anderes Hotel ein und konnten uns noch etwas ausruhen bevor es dann zur UNC ging. Im Auto fragte doch tatsächlich jemand, ob wir denn in North oder South Carolina seien. Für alle: UNC ist die Kurzform für University of North Carolina. ICH habe es nicht gefragt :D

 

Das Trackmeet, UNC 49er Classics, ist ein großes und gut besetztes Trackmeet, weshalb wir die lange Fahrt und die Übernachtungen in Kauf nahmen. Insgesamt gab es drei 5km Läufe. Nur für die Frauenkonkurrenz! 2 etwas langsamere Läufe am frühen Abend und einen "Premiumlauf" um 9Uhr abends.

Mel und ich schafften es mit unserer Meldezeit in den späteren Lauf.

So standen wir mit rund 20 weiteren Mädels nervös um 9Uhr an der Startlinie und wurden auf die 5km geschickt. Ich kam gut weg und konnte mich gut in der Spitze positionieren....die Rundenzeiten waren gut. Zu gut??? Ich kann es nicht erklären. Ich habe nach dem Rennen darüber nach gedacht und reflektiert, aber habe keine wirkliche Erklärung gefunden. Ich habe Panik bekommen. Panik, dass ich es nicht schaffe.

"Your body achieves what your mind believes". Und wenn der Kopf nicht mehr mit macht, dann geht auch nichts mehr. Das habe ich schmerzlich zu spüren bekommen. Mir tat alles weh. Ich wurde langsamer und langsamer. Bis ich schließlich aufgehört habe. Ich habe noch nicht einmal darüber nachgedacht; eine Kurzschlussreaktion.

So war für mich das Rennen nach 2,9km vorbei.

 

Was kam danach? Viele Tränen, Selbstzweifel, aber eine sehr aufmunternde Ansprache von meinem Coach (wofür ich in dem Moment einfach nur unglaublich dankbar war, da ich ihm wirklich nicht mehr in die Augen gucken konnte) und das Versprechen an mich selbst, sowas nie wieder passieren zu lassen.

In den folgenden knapp zwei Wochen stand Selbstvertrauen in den Workouts tanken an erster Stelle. Ich lief meine Zeiten und war am Donnerstag bereit für eine Versöhnung mit den Florida Relays.

(hier mein Bericht zum Debakel vom letzten Jahr: https://www.blog-runyourlife.net/2018/03/30/florida-pepsi-relays-shit-happens/ )

 

Nachdem sogar mein Labor am Nachmittag gecancelt wurde (manchmal passt es eben perfekt!) und ich so noch zusätzliche Zeit zum Entspannen hatte, ging es  am späten Nachmittag mit Mel und zwei  Jungs nach Gainesville. Ich war recht zuversichtlich. Schlimmer als das letzte Rennen konnte es schließlich nicht werde. Ich hatte nichts zu verlieren. Meine Beine fühlten sich ziemlich gut an beim Einlaufen.

Der Start war wie schon in Charlotte verdammt spät: um 9:20Uhr.

Ich km aber gut weg und konnte mich an 5./6. Position einordnen. Dieses Mal hatte ich mir vorgenommen die ersten Kilometer kontrollierter und mein Rennen zu laufen. Das lief auch gut...bis 3,4km. Mir trat ein anderes Mädchen auf den Fuß und ich wurde von hinten geschubst. Ich kam ins straucheln, aber konnte mich gerade noch fangen. Aber mein Fuß brannte wie Hölle. Ich brauchte 200m um wieder einigermaßen in den Tritt zu kommen, obwohl ich meinen Fuß nicht mehr wirklich spürte, schaffte ich es nicht, mein angestrebtes Tempo wieder aufzunehmen. Ganz ehrlich: Wäre ich beim letzten Rennen nicht ausgestiegen, ich hätte es nun gemacht. Ich quälte mich über die verbleibenden Meter um nach 18:03min enttäuscht und mit starken Schmerzen über die Ziellinie zu laufen. 

Die Jungs starteten sogar noch nach uns, sodass wir erst um 1 Uhr morgens wieder auf dem Campus waren.

Der Coach musste doch tatsächlich noch kurz die Rennen analysieren, während ich damit zu kämpfen hatte, nicht umzukippen...jedenfalls war er wohl zufrieden. In meinem Fall: "Bad luck".

Ich konnte die Nacht vor Schmerzen nicht schlafen, mein Knöchel wurde zu einem dicken Klumpen...

Am Morgen brachte mich dann Public Safety (ja, die kann man anrufen, wenn man irgendwohin muss und ich laufen kann :D) zum Athletic Trainer Center.

Da saß ich dann drei Stunden rum, damit mir jemand endlich einen Arzttermin besorgen konnte.

Letztendlich brachte mich ein Freund (noch einmal tausend Dank!) zum Arzt nach Orange City.

Dort musste ich zum Glück nicht lange warten und war nach knapp 30min mit der guten Nachricht, dass nichts auf dem Röntgenbild zu sehen sei, wieder draußen.

An Gehen war aber gestern echt nicht zu denken. Es schmerzte einfach nur den Fuß Richtung Boden zu bewegen...

Nachdem ich mich gestern komplett geschont habe, geht es mir heute schon um einiges besser. Die Schwellung ist aber immer noch ziemlich stark...

Die Saison ist wohl damit für mich vorbei...

Traurig, aber wahr.

 

Meine Ziele?

1.) Gesund durch die Saison kommen: wäre auch zu schön gewesen

2.) Sub 17min: Ähm, nicht wirklich

 

"Just stay positive!"

 

Sorry, Coach aber das ist momentan verdammt schwer...aber ich gebe mein bestes. Versprochen.

Ich bin einfach so dankbar für all die Menschen, die mich mit ihren lieben Worten aufmuntern und ablenken.

Danke!

Und auch ein großes Dankeschön an alle, die schon fleißig gespendet haben. Das bedeutet mir so viel!

Die versprochenen Postkarten aus Florida sind schon in Arbeit :)

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